Notiz-Apps im Vergleich

Kostenlose Notiz-Apps und Open-Source-Alternativen

Gute Notizen kosten nichts: quelloffene Programme und Gratis-Apps im Überblick, mit ehrlichem Blick darauf, womit kostenlose Angebote finanziert werden.

Notizen gehören zu den persönlichsten Daten, die man digital ablegt. Gleichzeitig verlangen viele Apps inzwischen ein Abo. Die gute Nachricht: Für fast jeden Bedarf gibt es kostenlose Werkzeuge, viele davon quelloffen. Diese Übersicht ordnet sie ein und erklärt, worauf man bei Gratisangeboten achten sollte.

Unter dieser Adresse wurde Anfang der 2000er-Jahre selbst eine kleine Notiz-Freeware angeboten. Diese Software gibt es hier nicht mehr, und wir bieten auch keine Downloads an. Die Seite ist ein unabhängiger Überblick über heute verfügbare Programme.

Drei Arten von „kostenlos“

Nicht jede Gratis-App ist auf dieselbe Weise kostenlos. Es lohnt sich, die Modelle zu unterscheiden:

  1. Open Source: Der Quellcode ist offen, die Software kostenlos. Finanziert wird die Entwicklung über Spenden, Freiwillige oder optionale Dienste wie Synchronisierung. Beispiele: Joplin, Logseq, Zettlr, Trilium Notes.
  2. Kostenlose Basis-App mit Zusatzdiensten: Die App selbst kostet nichts, bezahlt werden Komfortdienste. Beispiel: Obsidian mit kostenpflichtigem Sync.
  3. Teil eines Ökosystems: Die App ist kostenlos, weil sie Teil eines Kontos bei Microsoft, Apple oder Google ist. Der Speicherplatz ist dabei an das Kontingent des Kontos gebunden. Beispiele: OneNote, Apple Notizen, Google Keep.

Hinzu kommen Freemium-Modelle, bei denen eine Gratisstufe mit Grenzen existiert, etwa bei Notion oder Evernote. Wie eng diese Grenzen sind, ändert sich mitunter deutlich, bei Evernote etwa wurde der Gratistarif Ende 2024 auf 50 Notizen und ein Notizbuch begrenzt.

Open-Source-Notiz-Apps

App Format Stärken Plattformen
Joplin Markdown, eigene Datenbank mit Export Notizbücher, Tags, Webclipper, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim Sync Windows, macOS, Linux, iOS, Android
Logseq Markdown-Dateien Outliner, Blockverweise, Tagesnotizen Windows, macOS, Linux, iOS, Android
Zettlr Markdown-Dateien Zitieren mit Literaturdatenbank, Export über Pandoc Windows, macOS, Linux
Trilium Notes eigene Datenbank hierarchische Notizen, Klone, Skripte, Selbsthosting Windows, macOS, Linux, Browser

Joplin

Joplin ist der naheliegende Ersatz für Evernote: Notizbücher, Tags, Anhänge und ein Browser-Webclipper. Notizen werden in Markdown geschrieben. Für die Synchronisierung lassen sich verschiedene Speicher nutzen, etwa ein eigener WebDAV-Server oder verbreitete Cloud-Speicher, optional mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Daneben bietet das Projekt einen eigenen, kostenpflichtigen Cloud-Dienst an.

Logseq

Logseq denkt in Blöcken statt Seiten. Jede Aufzählung lässt sich verlinken und an anderer Stelle einbetten. Wer täglich Gedanken und Aufgaben in einem Journal sammelt und diese später verknüpfen möchte, ist hier richtig.

Zettlr

Zettlr richtet sich an Studierende und Forschende. Die App verbindet einen Markdown-Editor mit Zettelkasten-Funktionen und einer Anbindung an Literaturverwaltungen. Aus Notizen werden so direkt Texte mit sauberen Quellenangaben. Wie man Quellen erfasst, zeigt der Bereich Zitate und Exzerpte.

Trilium Notes

Trilium eignet sich für große, hierarchisch geordnete Wissenssammlungen. Eine Notiz kann an mehreren Stellen des Baums erscheinen. Wer möchte, betreibt Trilium auf einem eigenen Server und greift über den Browser zu.

Kostenlose Apps aus großen Ökosystemen

OneNote bietet freie Seiten mit Text, Bildern und Handschrift und ist ideal für Schule und Studium mit Tablet. Apple Notizen ist auf jedem iPhone, iPad und Mac vorhanden, bietet Ordner, Tags und intelligente Ordner und synchronisiert über iCloud. Google Keep ist schlank und schnell, mit Checklisten, Erinnerungen und Labels. Alle drei sind bequem, binden die Notizen aber an das jeweilige Konto. Einen ausführlichen Vergleich auch mit kostenpflichtigen Programmen bietet die Übersicht Notiz-Apps im Vergleich.

Obsidian: kostenlos mit Zusatzdiensten

Obsidian ist nicht quelloffen, die App selbst aber kostenlos nutzbar. Sie speichert alles als Markdown-Dateien in einem lokalen Ordner. Bezahlt werden nur optionale Dienste für Synchronisierung und Veröffentlichung. Wer seinen Notizordner selbst über einen Cloud-Speicher oder eine Versionsverwaltung abgleicht, kommt ohne Kosten aus. Für einen digitalen Zettelkasten ist Obsidian deshalb eine verbreitete Wahl.

Woran man eine gute Gratis-App erkennt

  • Export: Lassen sich alle Notizen vollständig und in einem lesbaren Format exportieren?
  • Format: Sind die Notizen Dateien, die auch ohne die App lesbar sind?
  • Finanzierung: Ist nachvollziehbar, wovon die Entwicklung lebt? Projekte ohne erkennbares Modell werden eher eingestellt.
  • Aktivität: Gibt es regelmäßige Updates und eine aktive Gemeinschaft?
  • Datenschutz: Wo werden die Daten gespeichert, und gibt es eine Verschlüsselung?

Vorsicht bei Downloads

Notiz-Apps sollten nur aus den offiziellen App-Stores oder von der Website des jeweiligen Projekts geladen werden. Inoffizielle Download-Portale bündeln Installationsdateien gelegentlich mit Werbung oder unerwünschter Zusatzsoftware. Bei Open-Source-Projekten ist die offizielle Projektseite oder das Code-Repository die sichere Quelle.

Fazit

Wer seine Notizen langfristig behalten möchte, fährt mit einer Open-Source-App oder einer App mit lokalen Markdown-Dateien am sichersten. Für schnelle Alltagsnotizen sind die Apps der großen Plattformen bequem und kostenlos. Viele kombinieren beides: Google Keep oder Apple Notizen als Eingang unterwegs, Obsidian, Logseq oder Joplin als dauerhafte Sammlung. Wie man beide Welten verbindet, ohne den Überblick zu verlieren, beschreibt die Seite Notizen organisieren.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Freeware und Open Source?
Freeware ist kostenlos nutzbar, der Quellcode bleibt aber beim Hersteller. Open-Source-Software legt den Quellcode offen, sodass ihn jeder prüfen und weiterentwickeln kann. Bei Open Source ist die Gefahr geringer, dass eine Sammlung unbrauchbar wird, wenn der ursprüngliche Anbieter aufgibt.
Ist Obsidian kostenlos?
Die App selbst ist kostenlos nutzbar. Kostenpflichtig sind die optionalen Dienste Obsidian Sync und Obsidian Publish sowie eine freiwillige kommerzielle Lizenz. Wer den Notizordner über einen eigenen Cloud-Speicher synchronisiert, braucht kein Abo.
Gibt es eine kostenlose Alternative zu Evernote?
Ja. Joplin kommt dem Aufbau von Evernote mit Notizbüchern, Tags und Webclipper recht nahe und kann Evernote-Exporte importieren. OneNote ist eine weitere Option ohne Aufpreis.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion IdeaNotes.